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Pilgerreise zum Mekka des Tanzsports

Bericht von den 1. British Open für Frauen- und Männerpaare – Blackpool 27.10.2012

Schon im Vorfeld des Turnierausflugs trat stets ehrfurchtsvolle Stille ein oder aber lautstarke Zeichen der Bewunderung auf, wenn wir den Zielort benannten: Blackpool – Das Mekka des Tanzsport!! Wer noch nicht in Blackpool getanzt hat, hat nicht wirklich getanzt…;-) So machten wir uns dann ausgestattet mit vielen guten Wünschen und Empfehlungen auf die Reise in das gelobte Tanzland.
Doch erst im Zug zwischen Liverpool und Blackpool haben wir uns mit unserem Ziel eingehender beschäftigt: Unser Hotel sollte in direkter Nachbarschaft zu Locations wie „Flying Handbag“, „Pink Flamingo“, „Roxy’s“ und „Kaos“ liegen. Mental bereiteten wir uns darauf vor, das Zimmer stundenweise abrechnen zu müssen. Statt von roten Lampen umringt zu sein befanden wir uns jedoch inmitten von unzähligen im eiseskalten Wind flatternden Regenbogenfahnen. Also: In Blackpool gibt es eine starke schwul-lesbische Community – und wir mitten mang. Von dort war es nur ein Katzensprung zu den legendären „Winter Gardens“ , so dass wir doch recht ausgeschlafen zum Turnierbeginn um 11 Uhr gelangten. In der „Spanish Hall“ bot sich uns ein Anblick, der nur als „very special“ bezeichnet werden kann: Über der Tanzfläche breitete sich ein riesiger Baldachin aus, der uns vor der Sonne (!!) schützte und alles umringte eine „very spanish“ Landschaft mit mehreren Miniatur Dörfern inklusive beleuchteter Fenster. Zum Eintanzen ging es in einen nachgebildeten Rittersaal und zum Umkleiden in einen „alten“ Festsaal. Die allgegenwärtige Feststellung, dass der Boden anfangs “very slippery“ war, sollte uns zu späterer Stunde noch peinlich berühren.
Spanish Ballroom - Hier tanzten wir
Vormittags starteten wir mit 24 Frauenpaaren in der Standardsektion und 12 Männerpaaren in Latein. Am Nachmittag waren es dann 20 Frauenpaare in der Lateinsektion und 23 Männerpaare in Standard. Zu Musik, die zwischen schlimm, fantastisch und wirklich grauenhaft variierte und der ein oder anderen organisatorischen Überraschung (die 2. Sichtungsrunde startete ohne Vorankündigung mit der zukünftigen A-Klasse, und -  ach ja - die GewinnerInnen einer Klasse tanzen in UK nicht in der höheren Klasse mit) feierte die – im Vergleich zu anderen Equality Turnieren – mit 12 und zwei halben Paaren etwas kleinere deutsche Delegation etliche Erfolge:
In der D-Klasse Frauen-Standard sicherte sich Alice Jerzak bei ihrem allerersten Turnier mit ihrer Partnerin Sabine Wortmann (pinkballroom/TSC Balance Berlin) den ersten Sieg. Dies gelang ebenfalls wieder einmal  Katrin Purschke & Sophia Arkenstette (pinkballroom Berlin) in der D-Klasse der Frauen-Latein. In der C-Klasse Herren-Standard setzten sich im Kampf um Bronze Rüdiger Andreeßen & Henry Dölitzsch vor ihren Verteinskameraden Andreas Woytowitz & Erik P. Jäger (TSC Balance Berlin) durch. Richtig gefeiert wurde in den B-Klassen, vor allem von den strahlenden Siegern in der Herren-Latein Sektion Bernd Müller & Gerhard Hummel (L.U.S.T. München), aber auch von den Silber-Gewinnerinnen bei den Frauen Latein Miriam Meister & Angela Pikarski (Swinging Sisters Köln) sowie verdienten dritten in der Herren-Standard Sektion Rainer Dietzel & Ludwig Becker (TSC Balance Berlin). Ein bisschen traurig machte es vielleicht schon, dass das Wertungsgericht bei den Frauen-Standard, trotz hoher Leistungen in allen Klassen, die A-Finals mit drei Paaren sehr eng gehalten hat. Umso härter erkämpft und höher zu bewerten waren auch die Plätze zwei und drei durch die deutschen Paarungen Barbara Schmitz & Claudia Schickenberg  (NRW) und Angelina Brunone & Sabine Keldenich (Swinging Sisters Köln/TTC Rot-Gold Köln). Neben den Siegern und Siegerinnen gab es noch zwei weitere erfreuliche Ereignisse: Gorica Dimitrovska & Bianca Hagenberg (aus der Nähe von Frankfurt, der genaue Ort ist den Verfasserinnen entfallen) bestritten erfolgreich ihre erstes Equality-Turnier mit Höchstschwierigkeit über 6 Tänze und mit schönen Führungswechseln – dafür gab es zweimal Platz vier – bitte weiter so.  Zudem feierten Simone Britz & Stefanie Arndt (pinkballroom, Berlin) ihren ersten direkten Einzug in die B-Klassen Frauen-Standard.
Für Kerstin Kallmann & Cornelia Wagner (pinkballroom Berlin) endete der Turniervormittag höchst erfreulich mit dem Einzug in die A-Finals Standard und Latein. Wir nutzten die Zeit bis zum Abend für einen kurzen Stadtspaziergang. Mondän, dachten wir, sei die Stadt. Blackpool lehrte uns etwas anderes und zeigte ihre sehr eigene Mischung aus Ballermann, Oranienburger Straße, Wedding/Neukölln und Rummel. Viele architektonische Verbrechen, vieles, was offensichtlich noch nie bessere Zeiten erlebt hat –aber auch das ein oder andere Juwel? ... Perle? ... nennen wir es besser Strass.
Als TänzerInnen und ZuschauerInnen pünktlich um 19 Uhr zur Abendveranstaltung kamen, passierte zunächst… Nichts! Das somit vorhandene Steigerungspotenzial wurde zu späterer Stunde allerdings bis aufs äußerste ausgereizt. Plötzlich setzte doch Musik ein uns geschäftiges Treiben herrschte, um die SiegerInnen der D bis B-Klassen auf den „Dance of Honour“ vorzubereiten, die sich damit zum Auftakt des Abends dem Publikum präsentierten und die Stimmung mächtig anheizten. Anschließend startete das gestaffelte Finale Frauen-Standard und Männer-Latein zur Erheiterung der ZuschauerInnen zunächst fast ohne Wertungsgericht. Dieses wurde dann doch an die Tanzfläche gebeten und entschieden für Kerstin & Cornelia den 3. Platz in Standard nach Reka Fuleki & Beatrix Rencsisovszki (Ungarn). Die SiegerInnen in den beiden Sektionen waren Caroline Privou & Petra Zimmermann (TTC Rot-Gold Köln) sowie Antonio Castillo  & Santiago Granizal (Spanien). In dem zwischen den Finals ausgetragenen Showtanz-Turnier gewannen Sören & Bradley Stauffer-Kruse (UK) ihren schon langersehnten Titel. In der 2. Finalstaffel gab es nochmals Bronze für Kerstin & Cornelia, diesmal hinter Charlotte Lange & Kirsten Steinmetz Moller  (Dänemark, Gold) und Reka & Beatrix (Ungarn, Silber). Bei den Standard-Herren gewannen einmal mehr Csaba Csetneki & Balázs Gáti (Ungarn). Vor der Siegerehrung vertrieben uns die britisch-niederländischen Meister die Zeit mit begeisterndem Rollstuhltanzen. Nachdem den FinalistInnen mit ihren Medaillen ausgestattet waren trieb uns eine Persiflage auf TurniertänzerInnen die Tränen in die Augen. Noch heute schmunzeln wir bei der Erinnerung an die Stelle mit dem „slippery floor“ (bei der die Dame bäuchlings, rücklings, hektisch und doch grazil so über die Fläche robbte, dass der Boden zu schwanken schien) – aber auch der Rest der Vorstellung war nur geringfügig übertrieben. Im Gegensatz zu dem Beginn der Veranstaltung war danach jedoch nun überpünktlich Schluss. Wir nutzten die überraschende Freizeit und statteten dem Blackpooler Nachtleben einen kurzen Besuch ab. Am Wochenende lässt sich Halloween doch viel besser feiern und so wurden wir fast in eine italienisch-britische Familie von Zombies, Grufties, Geistern und noch schlimmeren Gestalten aufgenommen - sehr nett!!
Tower Ballroom - Ein Muss
Das plötzliche Ende des Turniertages war zu verkraften, weil sich alle am nächsten Tag zum Social Dancing in den „Tower Ballroom“ wieder einfanden. Dieser zählt eindeutig zu den 1000 Orten, die Mensch im Leben erlebt haben muss: Ein riesengroßer barock ausgeschmückter Ballsaal mit schauriger Live-Musik aus dem akustischen Wunderwerk „Wurlitzer-Orgel“ (damit auch ihr diesen Ohrenschmaus genießen könnt, hier ein kleines You Tube Fundstück). An diesem Tag bildeten die gleichgeschlechtlichen Paare zusammen mit den Paaren, die sicherlich gerade ihre 50. Jahreskarte im „Tower-Ballroom“ abtanzten, eine eigentümliche Mischung vor zahlreichen ZuschauerInnen - das grauenhafte Wetter ließ die Touristen in Scharen strömen.  Auf unserem Nachhauseweg strömten dann die TänzerInnen aus dem Winter Gardens, und sofort witterten wir unsere Chance: Schon fünf Mal waren wir zuvor bei unserem Versuch, den „Empress-Saal“ nur kurz anzusehen, an der strengen Einlasskontrolle gescheitert. Aber endlich standen wir mitten im Allerheiligsten des Tanzsport und mussten, während die Stühle bereits abgebaut wurden, feststellen: Der kleine, süße „Spanish Ballroom“ passt besser zu uns.
Der Besuch bei den "Funny Girls" bildeten den krönenden Abschluss unserer Reise- eine außerordentlich gelungene Mischung aus Cabaret, Travestie, Disko und Bar. Zoe, die Chefin zeigte sich ihrem tanzfreudigen Publikum sehr zugeneigt - noch nie wurde so gekonnt Werbung für unser Turnier gemacht - nur war das ja leider schon vorbei....
Wir danken den Organisatoren Sören, Bradley, Vernon, Richard und allen anderen für wirklich schöne Turnier. Wir hoffen auf Fortsetzung. An alle daheim gebliebenen geht der Rat: Auf nach Blackpool! So einen Ort gibt es vermutlich - und hoffentlich - kein zweites Mal.

Text: Kerstin Kallmann u. Cornelia Wagner

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